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Peter Josef
Kunz-von Gymnich 

2003: Franz Schubert
2003: Franz Schubert

DAS KONZERTEREIGNIS
ZU BEGINN DES JAHRES 2003


Sonntag, 12.Januar 2003
17 Uhr
Büsing-Palais, Offenbach am Main, Herrnstraße


NEUJAHRSKONZERT
Verbeugungen vor Franz Schubert
zu dessen 175. Todesjahr


Als Gast: Herr Dirk Eisermann, Tenor
Am Klavier zu zwei und vier Händen:
Elena Kotschergina, Jürgen Blume, Ronald Fries, Werner Fürst
Hans-Wolfram Hooge, Olaf Josch,
Peter Josef Kunz-von Gymnich, Frank Spannaus


Aus dem Programm:
Fantasie f-moll
Lieder aus “Schwanengesang”
Johannes Brahms:Ländler-Bearbeitungen
Sonate a-moll
Impromptus

KARTEN ZUM PREIS VON 10.- EURO UND 13.- EURO
SIND AB SOFORT IM VORVERKAUF ERHÄLTLICH
.


Moderation: Peter Josef Kunz-von Gymnich
Idee und Realisation: Lydia Gesenhus und P.J.Kunz-von Gymnich
Eine Veranstaltung des Kulturamtes der Stadt Offenbach am Main im Forum Kultur
ALLE ANGABEN OHNE GEWÄHR

8+88-FrontalohneNoten04-B580

Das Programm:


Sonate a-moll
Fantasie f-moll zu 4 Händen
2 Impromptus

Pause

5 Lieder aus “Schwanengesang”
Nr.2 aus den späten Klavierstücken

Marche militaire G-Dur
11 Ländler in der Bearbeitung von Johannes Brahms zu vier Händen
Marche militaire D-Dur

Zugabe: An die Musik

OP-Online-B580

Sechzehn Hände für Franz Schubert

"Verbeugungen" war das Konzert zum 175. Todestag von Franz Schubert
überschrieben. Und die Verneigungen von acht Offenbacher Pianisten vor dem kompositorischen Genius, der die Wiener Klassik in die Romantik überführt hatte,
waren mitunter recht tief. Gleichwohl brachten die bewährten Tastenmeister im ausverkauften Büsingpalais auch eine eigene gestalterische Note in Schuberts Klaviermusik ein, deren große Bandbreite mehrere Klavierabende tragen würde. Fünf Lieder aus dem "Schwanengesang" steuerte Tenor Dirk Eisermann bei, während Peter Josef Kunz-von Gymnich Einblicke in ein Komponistenleben gestattete, das nicht nur kurz war, sondern auch meist mit materieller Not einherging.

Kunz-von Gymnich, der die Kreativität des Meisters statistisch belegte (998 Kompositionen in nur 15 Jahren), hatte das Internet befragt - entdeckte über zwei Millionen Einträge bei Mozart und Beethoven, aber nur 122 000 bei Franz Schubert.
Zur Entdeckungsreise animierte auch das Programm: Neben Geläufigem gab es etliche unbekannte Pretiosen, etwa die an eine Fantasie gemahnende Sonate a-Moll, von Frank Spannaus der Wiener Klassik zugeordnet. Sein schwerer, überaus trockener Balladengang schien den cholerischen Beethoven wiederzubeleben. Weg vom Elegischen, hin zu gehämmerter Daseinshärte: Wie ein liebliches Echo ließ der Romantiker dann doch angelegentlich grüßen.

Ein echter Schubert dagegen die Fantasie f-Moll zu vier Händen, deren dramatische Wendungen Elena Kotschergina und Olaf Joksch ebenso erkundeten wie sie geschmackssicher den klanglichen Glitzer lockten. Das besaß burleske Momente,
aber auch die Nähe zum enervierenden "Erlkönig"-Lied. Die beiden Impromptus
Es-Dur und As-Dur spielte Ronald Fries mit virtuosem Impetus, hier wie Vorläufer zur Konzertetüde. Dabei bewies er im geläufigen, figürlich reizvollen As-Dur klangliches Feingefühl und großen gestalterischen Atem.

Den Zyklus "Schwanengesang" hatte Schuberts Verleger erst nach dessen Tod zusammengestellt, letzte Lieder auf Texte von Heine, Rellstab und Seidl. In den fünf ausgewählten arbeitete der an Frankfurts Oper verpflichtete Dirk Eisermann vorlagegemäß den Kontrast von zärtlicher Liebeshingabe und heftigem Gefühlsaufruhr heraus. Natur und Kreatur dienen dabei als Gleichnis für hohe Empfindung. Etwa im aufrüttelnden "Aufenthalt" oder der "Taubenpost", die Schubert mit Sehnsucht nach der Liebsten verband. Eisermann bot intensiven Ausdruck dicht am Text, doch sein Tenor wirkte in der Höhe gelegentlich eng. Zuverlässiger Partner am Klavier war Professor Jürgen Blume, emotional auf der Höhe des Geschehens und manche Begleitfigur bewusst stanzend.

Schuberts Forderung, die Tasten zum Singen zu bringen, erfüllte Werner Fürst in der Nummer zwei aus den späten Klavierstücken vorbildlich, während Hans-Wolfram Hooge und Kunz-von Gymnich schließlich im Marche militaire G-Dur und D-Dur sowie in den von Johannes Brahms für Klavier vierhändig bearbeiteten elf Ländlern für Tanzvergnügen sorgten. Da sah man Zinnsoldaten vor dem geistigen Auge paradieren, und der Walzer-Strauß schien nicht mehr fern - für die beiden versierten Pianisten keine Last, sondern pure Lust.
"Du holde Kunst": Mit Schuberts "An die Musik" lieferte Eisermann selbst
die konzertante Bilanz.

KLAUS ACKERMANN

Offenbach-Post
Ausgabedatum: Dienstag, 14. Januar 2003

 

Peter Josef Kunz-von Gymnich bei den Offenbacher Pianisten