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2015: Kulturpreis 2014
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 Kulturpreis der Stadt Offenbach 2014
 geht an „Die Offenbacher Pianisten“

 Veröffentlicht am 09.11.2014 von der Kulturkommission der Stadt Offenbach am Main

 Der Kulturpreis der Stadt Offenbach 2014 geht an „Die Offenbacher Pianisten“. Das hat
 Oberbürgermeister und Kulturdezernent Horst Schneider bei der jüngsten Sitzung der
 Kulturkommission bekannt gegeben. Jeder der Pianisten sei schon allein ein unverzichtbarer
 Stein im Mosaik des Musiklebens der Stadt Offenbach – das Besondere stellten sie jedoch
 in ihrer Gemeinsamkeit dar.

 Seit elf Jahren spielen Elena Kotschergina, Ronald Fries, Werner Fürst, Jürgen Blume,
 Olaf Joksch, Frank Spannaus und Peter J. Kunz-von Gymnich (bis 2011 auch Hans-Wolfram
 Hooge) jährlich mindestens einmal gemeinsam, im „Konzert zum Neuen Jahr“ im Büsingpalais
 für die Offenbacher Stadtgesellschaft, das aber auch über die Stadt hinaus eine originelle
 und anerkannte Veranstaltung mit ganz eigenem Profil darstelle, so Schneider.

 „Mit Individualität und Teamgeist, Poesie und Tatkraft lassen sie jeder für sich und alle
 gemeinsam musikalische Kunst in der Stadt lebendig werden.“ Verliehen wird der
 Kulturpreis am Montag, 26. Januar 2015, 18 Uhr, beim Kulturempfang der Stadt
 Offenbach im Büsingpalais durch Oberbürgermeister Horst Schneider.

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  OFFENBACH.DE

  Das Portal der Stadt Offenbach
 
Offenbacher Pianisten mit Kulturpreis der Stadt ausgezeichnet

  • Offenbach, den 28.01.2015
  • „Mit Individualität und Teamgeist, Poesie und Tatkraft lassen sie
    jeder für sich und alle gemeinsam musikalische Kunst in der Stadt lebendig werden“: Seit elf Jahren spielen Elena Kotschergina,
    Ronald Fries, Werner Fürst, Jürgen Blume, Olaf Joksch, Frank Spannaus und Peter J. Kunz-von Gymnich (bis 2011 auch
    Hans-Wolfram Hooge) mindestens einmal im Jahr gemeinsam
    im Büsingpalais.

    Karten für das „Konzert zum Neuen Jahr“ sind immer schnell vergriffen, denn Jahr
    für Jahr locken sie mit Lieblingsstücken und der ihnen eigenen Virtuosität
    die Offenbacher Stadtgesellschaft zum Konzertbesuch.

    Seit 1996 zeichnet der Kulturpreis der Stadt Offenbach engagierte Kulturschaffende
    aus, die sich mit ihrer Arbeit als Kulturträger in der Stadt einen Namen gemacht und entscheidend zur Wahrnehmung Offenbachs in der Region beigetragen haben.
    „Die Offenbacher Pianisten sind längst ein Markenzeichen für sich und sind ein Symbol dafür, warum unsere Stadt trotz aller finanzieller Einschränkungen auf ein so vitales
    und vielschichtiges Kulturleben verweisen kann“, so Oberbürgermeister Horst Schneider
    in seiner Rede anlässlich der Preisverleihung am 26. Januar 2015 im Büsingpalais. Schließlich seien es Profis, die sich, selbst da, wo sie eine geringe Gage beziehen, dennoch im Wesentlichen in Form von bürgerlichem Engagement für die Kultur
    und damit für die Allgemeinheit einsetzen.
    Rund 280 Gäste feierten die Offenbacher Pianisten mit standing ovations,
    die Laudatio hielt Kulturredakteur Klaus Ackermann.
     

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 LAUDATIO von Klaus Ackermann

 Meine Damen und Herren, liebe zu Lobende,

 nichts ist schwieriger als Loben.
 Das wusste schon der Schweizer Schriftsteller Max Frisch.
 Leicht fällt es dagegen heute sogar einem Musikkritiker.
 Denn die zu lobenden Pianisten, die heute den Kulturpreis der Stadt Offenbach
 entgegennehmen, sind eine konzertante Bestmarke. Das gebe ich Ihnen auch schriftlich.
 Zudem sind sie ein Unikat. Trotz umfangreicher Recherche ist es nicht gelungen,
 ein ähnliches Konzertformat nachzuweisen, nicht einmal in den Hochburgen
 deutscher Musikkultur.

 Das hat natürlich etwas mit dem Solisten-Status zu tun, der von starkem individuellen
 Charakter lebt. 7 Tasten-Temperamente auf ein Konzertthema einzustimmen, das ist
 schon eine Besonderheit. Und vor allem ein Offenbacher Phänomen, das mit der kulturellen  Ausrichtung unserer Stadt zu tun hat.

 Dazu muss ich ein wenig Kulturgeschichte Revue passieren lassen, verspreche aber,
 nicht bei Adam und Eva anzufangen. In den 70er war auch in Offenbach die kulturelle Welt
 noch in Ordnung. Manfred von Keitz, der rührige Kulturamtsleiter dieser Zeit, machte das
 Theater an der Goethestraße zum viel frequentierten Ort der Hochkultur.
 Neben Schauspiel, Oper und zwei meist ausverkauften Operettenreihen gab es
 Sinfoniekonzerte und Kammermusik.   „Doch leider sind auf diesem Sterne eben
 die Mittel kärglich und die Menschen roh“.

 Das hat schon Bert Brecht gewusst und das hat der früh verstorbene von Keitz immer
 gern zitiert. Offenbachs finanzielle Misere zwang zur Schließung des Theaters.
 Schließlich hieß es,  die Heizung des Hauses sei nicht mehr zu reparieren.
 Doch es gab auch jene, die behaupteten, für 30 000 DM hätte sie gerettet werden können.

 Sei’s drum. Eine Kreativstadt wie Offenbach, die zwar keinen Dom, aber eine Domstraße hat,
 von der man früher den Frankfurter Dom sehen konnte, ließ sich davon nicht beeindrucken,
 setzte dagegen verstärkt auf lokale künstlerische Potenz. Die sogenannte klassische Musik
 gab in Kammerchören, Gesangvereinen und Kirchen eine gewichtige Stimme, gipfelnd
 etwa im  segensreichen „Präludium“, dem konzertanten Dach der Stadtkirchengemeinden.

 Es ist auch die Geburtsstunde eines Klavierensembles besonderer Art.
 Peter Josef Kunz von Gymnich hatte 1999 die Idee und die Bereitschaft von
 Pianisten-Freunden,  zum 150. Todestag des Klavierkomponisten schlechthin,
 Frederic Chopin, einen nur ihm gewidmeten Klavierabend zu organisieren.
 Begeistert von dieser Idee war auch Kulturamtsleiterin Lydia Gesenhus,
 fortan die gute Seele dieser Offenbacher Musikalischen Profile, eine Rolle,
 die später dann Ludo Kaiser gern übernahm.

 „Acht Verbeugungen vor Chopin“ war die Premiere überschrieben. Und sie war ausverkauft.
 Hatte Moderator und Mitstreiter Kunz-von Gymnich noch an eine Eintagsfliege gedacht,
 so wurde er in weiteren Themenkonzerten, Johann Sebastian Bach und Franz Schubert
 gewidmet, angenehm enttäuscht.
 Im nächsten Jahr steht das 25. Konzert mit den Offenbacher Pianisten an,
 die das Büsingpalais seit geraumer Weile gleich zweimal füllen.

 Der Erfolg kommt nicht von ungefähr. Denn es sind Profis, die sich da zweihändig oder
 vierhändig oder gleich an zwei Flügeln produzieren.
 Großer Reiz dieser Konzerte ist natürlich der jeweils individuelle Gestaltungswille.
 Und wenn es nur Nuancen sind: Chopin klingt bei jedem etwas anders.

 Wichtig ist auch die Kontinuität dieser Reihe. Es gab in den vielen Jahren nur eine
 Umbesetzung: Für den sich beruflich verändernden Markus Maier kam Olaf Joksch,
 der Vielseitige, ob nun Pianist, Organist oder Komponist, den nach eigener Aussage reine
 Klaviermusik anfangs ziemlich kalt ließ. „Lieber vergrub ich mich von klein auf in Bachs
 glasklarer Kontrapunktik und Schönbergs 12-Ton Labyrinthen“, hat er einmal geschrieben.
 Zum Bekehrungserlebnis wurde dann eine kleine Melodie, das Prélude Religieux
 aus Rossinis „Petite Messe solennelle“.

 Und die Freundschaft mit Elena Kotschergina. Dass diese großartige Pianistin,
 in Temperament und klanglicher Intensität ein Spross der großen russischen
 Pianistenschule, in Offenbach angedockt hat, ist ein Glücksfall.
 Dabei ist vor allem die Klaviermusik des russischen Spätromantikers Rachmaninow für sie
 im Leben zu einer Insel geworden. „Mit dieser Musik habe ich ein Stück Heimat nach 
 Deutschland mitgenommen“, hat sie einmal bekannt. Für uns alle gut, dass Elena
 Kotschergina in Offenbach auch ihr familiäres Glück gefunden hat.
 Sonst wäre sie sicher in aller Welt unterwegs.
 
 Dass hohe Intellektualität nicht mit klanglicher Langeweile einhergehen muss, dafür steht
 Jürgen Blume, Organist, Pianist, Komponist und Hochschullehrer, der seinen pianistischen 
 Feinschliff noch bei der legendären Frankfurter Professorin Branca Musulin erhielt.
 Ich weiß nicht, bei welcher Opuszahl er jetzt angelangt ist. Doch ein Konzert mit
 Blume-Werken ist in Offenbach überfällig. Nicht wahr, Herr Dr. Ziegler!

 Eine weitere Farbe bringt Frank Spannaus ins Spiel der Pianisten, ein Offenbacher von
 Geblüt, mit Klavier als Schwerpunktfach beim Schulmusik-Studium an der Frankfurter
 Musikhochschule und Studien bei Professor Gisela Sott, die auch meine Lehrerin war.
 Nur bei mir hat’s weniger genutzt. Spannaus hat sich zudem als Jazzer profiliert,
 er ist dem  Boogie, dem Blues und Oscar Peterson ebenso zugetan wie Beethoven-Sonaten
 und Chopin-Etuden.

 Im Pianisten-Ensemble wie im Offenbacher Musikleben ist er ebenso unentbehrlich wie Werner
 Fürst, der auch beim renommierten Lauterborner Klavierfrühling die Hauptrolle spielt. Für den
 Schulmusiker und Absolvent der Klavierklasse von Professor Bernd Ickert in Frankfurt
 ist „Lieben sie Brahms?“ keine Frage.
 Der ist mit Brahms gleichsam auf Du und Du. Ein Spezialist für die schwerblütige Prosa
 des Spätromantikers. Noch gut im Ohr ist Brahms‘ Rhapsodie g-Moll, mit der Fürst
 erst kürzlich bei den „Sternstunden der klassischen Klaviermusik“ reüssierte.

 Ein Virtuose von Hause aus ist der Bieberer Ronald Fries, ein Klavier-Prophet, der auch im
 eigenen Ländle gilt. Ein Diplom-Pianist, der die Heroen des Klaviersalons wie Chopin und Franz
 Liszt sogar rückwärts spielen könnte und dem man in den letzten Jahren eine erstaunliche
 gestalterische Reife bescheinigen kann.
 Bei den Pianisten ist Ronald Fries gleichsam das konzertante Tüpfelchen auf dem „i“.
 Dabei wirkt das Tasten-Ass nach wie vor wie der nette junge Mann von nebenan.

 Ausgeschieden aus dem Kreis der Klaviermeister ist Hans Wolfram Hooge.
 Aus Altersgründen. Auch so ein Offenbacher Original an verschiedenen Tasten.
 Der Wolf, wie er von seinen Freunden genannt wird, hat sich hierzulande als Organist ein
 Denkmal gesetzt. Das teuflisch schwere Gesamtwerk von Max Reger hat er sich zu Eigen
 gemacht. Mit einer sensationellen Trefferquote von über 90 Prozent. Und auch als Komponist
 hat er die Spätromantik wiederbelebt.
 Seine Auftritte bei den Pianisten hatten immer die gewisse Pointe.

 Und was wäre diese Reihe ohne ihren Regisseur Peter Kunz-von Gymnich, der seine
 Kindheit in einem Haushalt ohne Radio und Fernsehen verlebt hat. Umso mehr Zeit
 muss er fürs Klavierüben investiert haben, auf vielen Tasten-Feldern daheim.
 Erst kürzlich durfte man beeindruckt sein von seiner feinen Anschlagskunst beim Valse
 Impromptu von Franz Liszt. Doch er mag’s auch härter, die rockigen Emerson, Lake
 und Palmer sind ihm nicht fremd.

 Kurzum, der Peter ist prädestiniert für Crossover, auch so ein Fixpunkt dieser Konzertreihe,
 die Russisches und Französisches apostrophierte, ein „Go West“ titelte und „Ab in den
 Süden“ ging. Zu den schönsten Konzerten zählen für mich die „Lieblingsstücke“ die immer
 auch viel über den jeweiligen Interpreten aussagen.

 Spannend für Vielhörer dieser Reihe sind immer die Zugaben. Zuletzt war das Boccherinis
 berühmtes Menuett, von einem gewissen Max Schultze für acht Hände gesetzt.
 Und wie man Ravels Bolero am Klavier spielen kann, das haben sie ja gerade erlebt.

 Genug des Lobs: „Zuviel Honig essen, ist nicht gut.
 Ebenso spare man mit ehrenden Worten“.
 So steht es schon im Alten Testament. Nun sollen endlich Taten folgen.

 Herr Oberbürgermeister, übernehmen Sie. 
 

 REPLIK der Preisträger durch Peter Josef Kunz-von Gymnich

 Drei berühmte Pianisten streiten sich, wer von ihnen der Größte sei.

 Sagt der erste: “Mir bescheinigt die Presse immer wieder,
 dass ich der größte Pianist sei.”

 Meint der zweite:
 “Mir ist vor kurzem der liebe Gott erschienen und hat gesagt,
 dass ich der Größte wäre.”

 Darauf der dritte: “Was soll ich gesagt haben ?”

 Guten Abend, meine sehr verehrten Damen und Herren,
 ich fühle mich sehr geehrt, heute Abend
 als Vertreter der Preisträger Dank sagen zu dürfen.

 Das war gerade eben eine schöne Geschichte, finden Sie nicht?

 Sie hat allerdings einen kleinen Schönheitsfehler:
 haben Sie im „echten Leben“ schon einmal drei Pianisten zusammen gesehen? 
 Cellisten treffen sich alle 2 Jahre in großer Zahl zur Kronberg-Akademie,
 Pianisten messen sich - solo - alle 5 Jahre in Warschau beim Chopin-Wettbewerb,
 bei den Gitarristen spielen Paco de Lucia, John McLaughlin und Al Di Meola zusammen
 eine gefeierte Welttournee, bei den Pianisten reicht es gerade noch zu ein bisschen Ruhm
 für Marek und Vacek. Nein, der Pianist gilt als Einzelkämpfer, als Solist, ja, als Eigenbrötler,
 absolut von sich überzeugt und niemanden außer sich selbst gelten lassend.

 Insofern wäre es nicht verwunderlich gewesen, wenn mich Frau Lydia Gesenhus mit dem 
 freundlichen Wunsch, ich solle weiter träumen, zur Tür hinaus gewiesen hätte, als ich ihr 1998
 - als damaliger Leiterin des Offenbacher Kulturamtes - den Vorschlag unterbreitete,
 1999 zu Frederic Chopins 150. Todestag einen Konzertabend ausschließlich mit Werken
 Chopins zu veranstalten und dazu gleich weitere sieben Offenbacher Pianistinnen
 und Pianisten einzuladen.

 Und genau mit dem Blick auf diese Erinnerung  ist unser erster Dank angebracht,
 denn sie traf aus heutiger Sicht eine wegweisende Entscheidung: 
 sie ließ mir völlig freie Hand, stellte mir ein Budget zur Verfügung und wartete ansonsten ab,
 was sich aus meiner Aktion entwickeln würde.

 Bei der Kollegin und bei den Kollegen stieß ich mit meinem Vorhaben auf offene Ohren
 und große Bereitschaft, an dem Konzert mitzuwirken; hat doch zum Thema Chopin
 jeder Pianist etwas beizutragen.

 Dem Chopin-Konzert war ein guter Erfolg beschieden, aber nur  einem weiteren
 Zufall der Musikgeschichte verdanken wir es, dass sich die Gelegenheit bot,
 die Idee fortzuführen: da Chopin 99 Jahre nach Bach starb, folgt nach jedem Jahr,
 in dem sich Chopin Todestag mit einer „runden Zahl“ jährt, ein Jahr, in dem sich
 Johann Sebastian Bachs Todestag ebenfalls mit einer Jubiläumszahl jährt.
 Von dieser Erkenntnis bis zur Planung eines weiteren Konzertes zu Ehren Johann
 Sebastian  Bachs im Jahr 2000 war es nur noch ein kurzer Schritt.

 Auch das Bach-Konzert fand rege Zustimmung. Lob und Dank des Publikums waren
 mit der Anregung verbunden, nach den beiden bisherigen Konzerten weiter zu machen
 und eine Reihe entstehen zu lassen.

 Diese Idee fand beim Kulturamt und bei den Pianisten rege Zustimmung.
 Da nicht jedes Jahr ein Komponistenjubiläum ansteht, beschlossen wir,
 uns musikalischen Themen zuzuwenden.

 Herr Ackermann hat dazu ja in seiner Laudatio ausführlich berichtet.

 Aber natürlich lässt sich dauerhafter Erfolg nicht planen, da müssen viele glückliche
 Zufälle helfen. Einem solchen Zufall haben wir es zu verdanken, dass Olaf Joksch,
 der dem Projekt zunächst sehr zurückhaltend gegenüberstand, gewonnen werden
 konnte. Im Jahr 2001 nämlich konnte Werner Fürst den Termin nicht wahrnehmen,
 so dass wir Herrn Joksch einluden, zunächst einmal als Vertretung einzuspringen.

 Ein weiterer Zufall wollte es dann, dass sich Markus Meier anders orientierte
 und aus der Gruppe ausschied,  so dass Herr Joksch überzeugt werden konnte,
 fester Bestandteil der Offenbacher Pianisten zu werden.

 Danken möchten wir auch den Gästen, die 2002 das Projekt “Odyssee im Klangraum“  
 mitgestalteten: die Musiklehrer Michael Buhr und Angelika Schneider und unser
 Laudator Klaus Ackermann, der auch an den Tasten eine gute Figur machte,
 sorgten für weitere klangliche Facetten. 

 
Viele werden es schon vergessen haben, aber auch „instrumentenfremde“ Gäste
 trugen dazu bei, das Programm abwechslungsreich und interessant zu halten:
 dankbar erinnern wir uns an die Violinistin Maria-Elisabeth Ranft, die 2000 das
 Bach-Programm bereicherte, und an den Tenor Dirk Eisermann, der 2003 beim
 Schubert-Programm mit seinen gesanglichen Darbietungen für weitere feine Akzente sorgte.

 Nach dem Weggang von Frau Gesenhus übernahm Ludo Kaiser, mit dem ich nun schon
 seit nahezu vierzig Jahren ein freundschaftliches Verhältnis pflege, das Kulturamt,
 aus dem das jetzige Kulturbüro hervorging.

 Bei ihm bedanken wir uns für die jahrelange umfassende Betreuung und das große
 Verständnis für alle unsere Belange. Vielen Dank, lieber Ludo.
 Wie Sie wissen, wird Herr Ludo Kaiser im September
diesen Jahres als Leiter
 des Kulturbüros aufhören.
Das bedauern wir sehr.

 Wir haben aber schon das Gespräch mit Herrn Dr. Ralph Philipp Ziegler, dem Leiter
 des Amtes für Kulturmanagement und Sprecher des Forums Kultur der Stadt Offenbach
 am Main, gesucht, und wir sind zuversichtlich, dass die Konzertreihe auch unter seiner
 Zuständigkeit weiterhin gedeihen wird und dass wir durch ihn vielleicht neue Impulse
 erhalten werden.

 Bedanken wollen wir uns auch bei der Offenbach-Post, die durch ihre stets faire
 und offene Berichterstattung zum dauerhaften Erfolg der Konzertreihe beiträgt.
 In diesem Zusammenhang möchten wir unserem Laudator Klaus Ackermann
 einen besonderen Dank aussprechen. Er zählt zu den bewundernswerten Kritikern,
 die nicht in erster Linie darauf erpicht sind, Kritik mit dem Wort „Verriss“ gleichzusetzen
 und dies in den Vordergrund ihrer journalistischen Arbeit stellen.

 Auch zählt er nicht zu denen, die einfach das Programm abschreiben, sondern er
 ist immer darum bemüht, zuvorderst die positiven Leistungen von Künstlern
 zu besprechen und zu würdigen.

 Er weiß ja genau, in welchen Sphären des Klavierspiels wir uns bewegen,
 denn es gibt ja schon Gründe, warum wir nicht in der Carnegie Hall 
 oder in der Royal Albert Hall auftreten.   Er sieht in der Kritik nicht das Bemerken
 und Aufzeigen des kleinsten Fehlers, sondern das Vermitteln eines positiven Gesamtbildes.
 So haben wir das ja auch heute in seiner Laudatio wieder erleben können.
 Dafür, lieber Klaus, sagen wir Dir unseren herzlichen Dank.

 Dankbar sind wir für alle die Erfahrungen, die wir im Laufe der Jahre machen konnten,
 obwohl wir an diesen Aspekt zunächst gar nicht dachten, und die wir in dieser Form niemals
 erwartet hätten. Unser Miteinander befruchtet uns und bringt uns oft zu ganz neuen
 und hilfreichen Erkenntnissen: es entwickeln sich bei unseren Vorbereitungen Diskussionen
 über Tempo, Dynamik, Betonungen, Fingersätze, Phrasierungen, den Charakter eines
 Stückes  und die unterschiedlichen Herangehensweisen der einzelnen Akteure bei der
 Interpretation eines Klavierstückes. Wir entdecken, dass wir beim Musizieren oft auf die
 gleichen Probleme stoßen, die sich im Gespräch unter Kollegen viel entspannter lösen lassen.

 Dazu zählt auch das, wovon Sie als Publikum so gar nichts mitbekommen: 
 spannend ist für uns nämlich nicht nur das, was sich auf der Bühne,
 sondern auch das, was sich hinter der Bühne abspielt.
 Dort erkennen wir, dass wir alle mit den gleichen Problemen zu kämpfen haben:
 Nervosität, Unruhe, Aufgeregtheit, Angst, den Notentext zu vergessen,
 Furcht vor zu vielen störenden Hustern und Niesern im Publikum,
 Bedenken, ob die eigenen Kinder und Patenkinder unten im Saal das Konzert durchstehen, 
 und all die vielen anderen denkbaren Möglichkeiten, was so alles daneben gehen könnte.

 So unterschiedlich die denkbaren Fallstricke sind, so unterschiedlich sind auch unsere
 Methoden, damit umgehen: der eine würde zur Ablenkung am liebsten am laufenden
 Band Späße erzählen, der andere beschäftigt sich intensiv mit Joga, ein anderer schwört
 auf ausgiebige Atemübungen, noch ein anderer bevorzugt exzessives Einspielen,
 ja, auch Kaffeetrinken in Mengen kann Nervosität besiegen, sauerstoff-förderndes
 Treppensteigen wurde schon beobachtet, und selbst das intensive Putzen von Schuhen
 scheint  beruhigend zu wirken...

 Eine weitere überaus angenehme Nebenwirkung unserer Konzert-Form genießen wir sehr:
 die wenigsten von uns haben die Möglichkeit, alleine ein abendfüllendes Solo-Konzert 
 auf die Beine zu stellen.

 Unsere Konstellation macht es aber möglich,
 aus dieser Beschränktheit eine Tugend werden zu lassen.
 Teil eines großen Ganzen zu sein, erleichtert die Einstudierung und Aufführung von 
 Klavierliteratur. Dazu hat es sich gezeigt, dass es für viele Zuhörer besonders interessant
 ist, mehrere Musiker mit ihren unterschiedlichen Spielweisen bei einem Konzert
 an einem Abend erleben zu können.

 Unser Dank geht daher nicht zuletzt an unserer Publikum.
 Es hält uns jetzt bereits viele Jahre die Treue
 und trägt damit zum Erfolg dieser Offenbacher Konzertreihe bei.
 Dafür danken wir ganz herzlich.

 Nicht vergessen wollen wir auch alle großen  und kleinen Helfer im Umfeld der
 Veranstaltungen, besonders aber die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern  des Kulturbüros
 und der Kulturverwaltung. Sie entwerfen Handzettel, Plakate und Eintrittskarten,
 sie sorgen für den Bühnenbau, die richtige Platzierung der Instrumente, die optimale 
 Ausleuchtung der Bühne,  die pünktliche Verfügbarkeit des richtigen Klavierhockers,
 den richtigen Ton, und sie tragen mit ihrer immer entspannten
 Arbeitsauffassung zum Gelingen der Konzerte bei. Danke, die Damen und Herren!

 Unser Dank geht auch an unsere Familien und Lebenspartner. Ich will es mal so sagen: 
 das Zuhören beim Üben und das Ertragen der individuellen Launen jedes einzelnen
 Pianisten – und unserer Pianistin - ist für die Umgebung bestimmt nicht immer einfach.
 Und in den letzten Tagen vor dem Konzert lässt man uns - zumindest mich - am besten
 einfach ganz in Ruhe. So stehen wir heute abend hier oben vor Ihnen - stolz in dem
 Bewusstsein, dass es uns gelungen ist, in unserer Stadt eine Form des Konzertes
 zu etablieren, die Sie sonst nirgendwo anders finden, und glücklich darüber, dass wir
 für diese Leistung die Auszeichnung mit dem Kulturpreis der Stadt Offenbach erhalten.
 Dafür sagen wir allen Beteiligten herzlichen Dank.

 Nun lassen Sie mich bitte zum besonders angenehmen Teil meiner Danksagung kommen.
 Außerordentlicher Dank gebührt einem Mann, der sich jetzt bereits viele Jahre als Mäzen
 zeigt. Wir danken Herrn Wolfgang Glaab, einem langjährigen Förderer der Offenbacher
 Kultur, der den Preis großzügig um 500.- Euro aufgestockt hat.
 Ich bitte Sie dafür um einen besonders herzlichen Beifall.

 Unser Dank geht – last but not least - an die Mitglieder der Kulturkommission der Stadt
 Offenbach am Main für ihre Entscheidung, den Kulturpreis 2014
 den Offenbacher Pianisten zukommen zu lassen.

 Wir danken auch dafür, dass sie sich entschlossen haben,
 die offizielle Preissumme großzügig aufzustocken.

 Es ist üblich, dass Ausgezeichnete den Auszeichnenden  ein äußeres Zeichen ihres
 Dankes übergeben. Das ist in unserem Falle gar nicht so einfach, muss es doch zwei
 Bedingungen erfüllen:
 1. eine finanzielle Zuwendung, also quasi eine Teil-Rückgabe
     des Preisgeldes verbietet sich von selbst
 2. es sollte schon etwas mit Musik zu tun haben.

 Ist Ihnen schon aufgefallen, dass es in diesem Hause keinen Gong gibt, um den Anfang
 einer Veranstaltung oder das Ende der Pause zu verkünden?

 Ich glaube kaum, dass in der Stellenbeschreibung des Leiters des Kulturbüros zu finden
 ist, dass es sein Aufgabe ist, durch das Publikum zu laufen und jedem persönlich
 mitzuteilen, dass es jetzt los- oder weitergehe - was er, wie wir gerade
 bei den beiden zurückliegenden Konzerten erfahren mussten - oft tun muss...

 Um diesem Missstand abzuhelfen, haben wir uns entschlossen, 
 dem Haus einen klangschönen Gong zu spendieren.
 So darf ich den Leiter der Kulturkommission, Herrn Oberbürgermeister Horst Schneider,
 und den Leiter des Kulturbüros, Herrn Ludo Kaiser, bitten,
 nach oben zu kommen und diesen Gong einzuweihen.

 Ihnen allen wünsche ich im Namen der Kulturpreisträger 2014
 einen wundervollen Abend. Vielen Dank!
 

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Peter Josef Kunz-von Gymnich mit den Offenbacher Pianisten,
Kulturpreisträger der Stadt Offenbach des Jahres 2014