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2007: französisch

 

Neujahrskonzert mit den 8 Pianisten
VIVE LA FRANCE !

Beginn der Veranstaltung:

07.01.2007
17:00 Uhr

plan buesingpalais offenbach

Adresse:

Büsing-Palais

Strasse:

Herrnstraße

Hausnummer:

82

PLZ:

63065

Ort:

Offenbach

 

 

8+88-2007-Moderation-01
8+88-2007-Kunz von Gymnich

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PROGRAMM:

Claude Debussy (1862-1918)
Prélude (aus: Pour le Piano)

Jacques Duphly (1715-1789)
La Pothoüin – Médée

Alexis Emanuel Chabrier (1841-1894)
Souvenirs de Munich

Claude Debussy (1862-1918)
Feux d’Artifice

Maurice Ravel (1875-1937)
Jeux d'Eaux

Maurice Ravel (1875-1937)
Sonatine fis-moll

PAUSE

Camille Saint-Saëns (1835-1921)
Toccata (Nr.6 aus den 6 Etüden für Klavier)

Francis Poulenc (1899-1963)
Trois Pièces (Pastorale, Hymne, Toccata)

Olivier Messiaen (1908-1992)
L'Alouette Lulu
(Die Heidelerche - aus: Cataloque d'Oiseaux)

Claude Debussy (1862-1918)
Petite Suite

MITWIRKENDE:
Jürgen Blume, Ronald Fries, Werner Fürst,
Hans-Wolfram Hooge, Olaf  Joksch, Elena Kotschergina,
Peter Josef Kunz-von Gymnich, Frank Spannaus

Alle
Rechte
bei
Peter Josef
Kunz-von Gymnich 

8+88-2007-Kunz von Gymnich-Beifall
8+88-2007-Kunz von Gymnich-Kotschergina

Nach Frankreich des Klavierklangs wegen

Acht Offenbacher Pianisten beweisen mühelos im Büsingpalais,
dass sie schon früh im Jahr groß in Fahrt sind

Es gibt ein Leben nach dem Mozartjahr. Und das lässt sich gut an: "Vive la France" titelten die acht Offenbacher Pianisten ihr Neujahrskonzert im ausverkauften Büsingpalais - und lieferten für diese keineswegs stille Liebe schlagkräftige Beweise. Vom Barock bis zur Moderne, mit den Schwerpunkten Debussy und Ravel, reichte ihr musikalisches Angebot eines Themenabends, der wie stets niemanden
im Unklaren ließ, weil für Kopf und Bauch gleichermaßen vorgesorgt war.

Auf hohem Niveau wurde nicht nur gespielt, sondern auch moderiert. Peter Josef Kunz - von Gymnich gelang es, in drei bis vier Sätzen Leben und Werk des jeweiligen Komponisten zu umreißen, garniert
von Pointen, allemal mit Bedacht gesetzt. Und er schritt auch als erster zum Konzertflügel, um Claude Debussys Liebe zu den Altmeistern im Präludium aus "Pour le Piano" zu dokumentieren. Statt
klanglichem Parfum ein klarer Blick auf die barocke Struktur - auch das hat der Impressionist zu bieten.

Immer für eine Ausgrabung gut ist Olaf Joksch, der an Jacques Duphly (1717-1789) erinnerte, den Pariser Cembalo-Professor, und dabei den opulenten Flügelklang optimal nutzte. Für romantisierenden Ariencharakter in La Forqueray und für ein Porträt der Medea, deren mörderische Wut in rhythmisch kapriziösen Kontrapunkten ein Ventil fand. Schier meditativ versenkte Joksch sich später in den Gesang
der Heidelerche aus dem Catalogue d’Oiseaux von Olivier Messiaen (1899-1963). Ein Wechsel zwischen schweren dunklen Akkorden und Gezwitscher im Diskant: Die Zeit scheint längst reif für den Mitbegründer der seriellen Musik.

Eine Lanze für den Spätromantiker Alexis Emanuel Chabrier (1841-1894) brachen Jürgen Blume und Werner Fürst vierhändig in den Souvenirs de Munich, orchestral empfundene Tänze mit ironisch anmutenden Zitaten aus Wagners "Tristan". Noch harmonischer war ihr Zusammenspiel in Debussys Petite Suite. Makellos wirkten die zwischen 18. und 20. Jahrhundert pendelnden Tanzformen - bis zum rasanten Ragtime in finaler Akkord-Schräge. Das machte Lust auf mehr. Und in Feux d’Artifice des französischen Klangzauberers brannte Ronald Fries wahrlich ein vielfarbiges Feuerwerk ab, mal
gnadenlos trocken und rhythmisch auf dem Punkt, mal mit geziemendem Sentiment. Debussys Klangchemie schien in den Wasserspielen (Jeux d’Eaux) seines Zeitgenossen Maurice Ravel noch verfeinert, von Fries virtuos aufbereitet, der tief in die Geheimnisse dieses musikalischen Pointillisten eindrang.

Eine klare melodische Linie, wie versonnen immer wieder umspielt, eine hochartifizielle Harmonik und
ein permanenter innerer Pendelschlag: Für Ravels Sonatine fis-Moll ist Elena Kotschergina prädestiniert. Verfügt sie doch neben Virtuosität, Gestaltungsdrang und dynamischer Zielstrebigkeit über ein besonderes stilistisches Feingefühl, unabdingbar bei diesem Klangmagier. Dagegen zeigte Hans-Wolfram Hooge mit Camille Saint-Saëns’ (1835-1921) Toccata aus den Sechs Etüden für Klavier, was eine virtuose Harke ist. Ein hoch wirksamer Tastenrausch, mit viel Kraft und Klasse von Hooge gemeistert, der trotz heftiger Tempi noch Zeit für elegante Phrasierungen hatte. Francis Poulenc (1899-1963) gelang das Kunststück, die harmonisch üppige Spätromantik mit dem Jazz zu verbünden, was Frank Spannaus in den Trois Pieces gewissenhaft, kundig und mit variablen Anschlag nachwies. Bis hin zur swingenden Toccata durchweg eine Lustbarkeit.

Am Ende schickte Peter Josef Kunz - von Gymnich noch eine unerwartete Schmonzette nach. Während
der Pianist gnadenlos Ravels Bolero-Rhythmus hämmerte, nahmen die sieben Kollegen abwechselnd
an seiner Seite Platz, um die dazugehörige melodische Endlos-Schleife zu intonieren. Ihr jeweiliger Spielcharakter ersetzte die wechselnde orchestrale Instrumentation.
Es gibt ein Leben nach dem Mozartjahr.
Und das ließ sich gut an …

KLAUS ACKERMANN

Offenbach-Post vom 9.1.2007

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Werner Fürst     Jürgen Blume

Peter Josef Kunz-von Gymnich bei den Offenbacher Pianisten